Suchbegriff eingeben + Enter drücken

Exkursion zum Arbeitsgericht München

Klasse BFS11 unterwegs

Am 25. November 2015 ging es für die BFS11 und ihre Klassenlehrerin Frau von Osterroht zum Arbeitsgericht München in der Winzererstraße 106.

Pünktlich um 08:30 Uhr eröffnete die Richterin Frau Rösch in der 7. Kammer die erste Güterverhandlung. Für die Klägerin erschien ein Rechtsvertreter und für das Beklagte Unternehmen erschien ein Vertreter der Bayme. Die Klägerin forderte ein Übergangsgeld ein, da sie nun in Rente ist. Nach einem relativ kurzen Wortwechsel zwischen den beiden Vertretern und der Richterin, einigten sich die Parteien auf ein Übergangsgeld bzw. eine Altersvorsorge von 80 % von brutto 25.297 Euro brutto. Außerdem wurde auch ein Widerrufsrecht von zwei Wochen für beide Seiten festgelegt, falls niemand einen Einspruch erhebt, ist das Urteil rechtskräftig.

Im nächsten Fall wurde um 08:45 Uhr nur das Urteil verkündet.

Auch um 08:50 Uhr wurde eine Entscheidung verkündet. Die ordentliche bzw. außerordentliche Kündigung wurde rechtskräftig bestätigt.

Auf die Verkündigung folgte eine Güterverhandlung in der es um eine Frau ging, die während ihrer Probezeit in einem Hotel gekündigt wurde. Als Ergebnis der Verhandlung ging hervor, dass die Gekündigte ein Brutto-Monatsgehalt und ein einfaches Arbeitszeugnis bekommt. Außerdem wurde festgelegt, dass die Klägerin ihren Urlaub vollständig verbracht hat. Wenn nach zwei Wochen nicht widerrufen wird, ist dieses Urteil rechtskräftig.

Um 09:10 Uhr begann die Güterverhandlung einer Pflegerin und dem Pflegedienst als Arbeitgeber. Zuerst wollten beide Parteien sich nicht richtig einigen, stimmten aber dann dem Kompromiss der Richterin zu. Die Klägerin ist wirksam gekündigt, bekommt zur Abgeltung 3.000 Euro und darf nach Ablauf des Widerrufsrechts von zwei Wochen keine weiteren finanziellen Ansprüche mehr stellen.

Eine weitere Güterverhandlung fand um 09:35 Uhr zwischen einem junge Mann und einer Autowerkstatt statt. Diese Verhandlung war die spannendste, da von beiden Seiten her viel erzählt und diskutiert wurde. Nach einer langen Debatte entstand ein rechtskräftiges Urteil, das beinhaltet, dass die ordentliche Kündigung rechtskräftig ist, dass die Autowerkstatt dem ehemaligen Mitarbeiter das Gehalt vom November auszahlt, ein Zeugnis auf Grund der Leistung und des Verhaltens mit der Bewertung gut ausstellt und dass dieses Dokument mit einer Dankes- und Gute Wunschformel endet. Desweitern hat keine der beiden Seiten mehr das Recht auf finanzielle Ansprüche.

Zwischen der Schwangeren Elisabeth D. und ihrem Arbeitgeber fand um 10:10 Uhr die nächste Güteverhandlung statt. Nach einigen Diskussionen einigten sich die gesetzlichen Vertreter der streitenden Parteien auf einen Vergleich: ordentliche Arbeitgeberkündigung, Abfindung in Höhe von 10.000 Euro brutto und ein Arbeitszeugnis mit der Gesamtbewertung gut, welches mit einer Bedauern-, Dankes- und Gute-Wunschformel enden soll.

Schlag auf Schlag ging es an diesem Tag mit den Güteverhandlungen zu, kaum war der Fall mit der schwangeren Frau geklärt, ging es wieder um eine Kündigung, diesmal von einer Frau welche von ihrem Beratungsunternehmen aus betriebsbedingten Gründen gekündigt wurde. Die Klägerin verließ den Gerichtssaal mit einem zwei wöchigen Widerrufsrecht gegen das Urteil in dem eine 4.000 Euro Abfindung und ein sehr gutes Endzeugnis vereinbart worden sind.

Auch der nächste Fall handelte von einer betriebsbedingten Kündigung. Zuerst wurde verhandelt, dann ein kurze Besprechungspause gemacht und dann einigten beide Seiten sich auf einen Abfindungsbetrag von 13.500 Euro brutto und ein Zeugnis mit der Bewertung gut und den üblichen Schlussformeln. Gleichzeitig wurde auch ein Widerrufsrecht von zwei Wochen festgelegt.

In der zehnten Verhandlung des Tages, welche um 10:55 Uhr startete wurde lediglich ein Vergleich zur Widerrufung und die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes festgelegt, da diese Verhandlung nur eine Fortsetzung war.

Ebenfalls eine Fortsetzung einer Güteverhandlung fand um 11:15 Uhr zwischen Vasa V. und seinem Arbeitgeber statt. Hier fand auf Grund von fehlenden Unterlagen und noch viel zu großen Unklarheiten keine endgültige Einigung statt.

Mit der elften Verhandlung in der 7. Kammer des Arbeitsgerichtes ging der Besuch der BFS11 und ihrer Klassenlehrerin zu Ende. Allgemein fand die Klasse diese Exkursion zum Arbeitsgericht toll und empfehlenswert.

Bericht: Charlotte Eder, BFS11