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Informationsabend

am 13.07.2017 ab 19:00 Uhr

Willkommener Wettbewerber oder unliebsame Konkurrenz? "Notnagel" oder "Schule vom ersten Schultag an"? Was sie leisten - Wie sie sich finanzieren - Was sie verlangen dürfen

Vorurteile? Es gibt sie ohne Ende. Sind Privatschulen nur der Notnagel für die Kinder reicher Eltern, die sonst überall gescheitert sind? Das war einmal ein gängiges Vorurteil. Dabei hat das so nie gestimmt und heute stimmt es noch viel weniger. Es muss schon wichtige Gründe geben, wenn die Zahl der Privatschulen seit Jahren zunimmt und immer mehr Kinder dort unterrichtet und erzogen werden.

Derzeit gibt es in Deutschland 6.345 Privatschulen, die von 1.031.620 Schülern besucht werden. Und am stärksten wachsen die Schülerzahlen im Grundschulbereich. Für immer mehr Kinder wird die Privatschule inzwischen „Die Schule vom ersten bis zum letzten Schultag”. 50% der Eltern wünschen dies. Woran kann das liegen, wenn zum einen an Privatschulen Schulgeld zu zahlen ist, aber die Einkommen in Deutschland in den letzten Jahren nicht gerade großartig gestiegen sind? Es muss sich viel geändert haben, was die Privatschulen und die Einstellung von hunderttausenden von Eltern angeht, was deren berechtigte Erwartungen an Schulen in freier Trägerschaft sind. Den Eltern ist bewusst, wie wichtig es im bildungs- und abschlussorientierten Deutschland ist, sich um den „Rohstoff Geist” ihrer Kinder optimal zu kümmern, deren Zukunftschancen zu optimieren und ihre vorhandenen Potentiale voll ausgeschöpft zu wissen, teilweise unter erheblichem persönlichen Verzicht auf andere Ausgaben, aber in der Gewissheit, „Kunde” zu sein und zu Recht eine optimale Förderung ihrer Kinder erwarten zu dürfen. Es hat sich herumgesprochen, dass an der Privatschule eine hervorragende Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass durch

  • kleine Klassen
  • individuelle und auf die Kinder abgestimmte Förderung
  • moderne pädagogische Konzepte

die Kinder gerne in die Schule gehen und ihre Begabung voll ausgeschöpft werden kann. Es wäre aber zu kurz gegriffen, darin den einzigen Beweggrund und Vorteil für Eltern und Kinder zu sehen.

Freiheit bei der Schulwahl = Ein Mehr an Demokratie
Weil es in einer immer pluraler werdenden Gesellschaft recht unterschiedliche Elternhäuser mit recht unterschiedlichen Erziehungsstilen gibt, wird zunehmend eine Schule gesucht, deren pädagogisches und weltanschauliches Konzept mit den Erwartungen der Eltern zusammenpasst. Eltern legen immer mehr Wert darauf, Kindern nicht nur Wissensvermittlung zukommen zu lassen. Die Vermittlung von Werten, Tugenden und Orientierung wird ihnen für ihre Kinder immer wichtiger. Schulen mit besonderen pädagogischen Prägungen stehen hierfür ganz besonders. Jede Privatschule hat ihre religiöse oder pädagogische Konzeption. So ist es wenig verwunderlich, wenn beispielsweise laut einer Forsa-Umfrage 46% der bayerischen Eltern ihre Kinder vorzugsweise an eine Privatschule schicken würden. Wären Privatschulen völlig schulgeldfrei, wären es sogar 54%. Den Zugang zu Privatschulen auch in Zukunft für breite und bildungsorientierte Bevölkerungsschichten offen zu lassen, ist zunehmend unverzichtbarer gesellschaftlicher Wunsch.

Privatschulen: Vorteile für Innovation und Wettbewerb
Der Bildungsökonom Ludger Wößmann vom ifo-Institut für Wirtschaftsforschung betont zu Recht, dass der Wettbewerb der Privatschulen mit den öffentlichen Schulen die Qualität des gesamten Schulsystems umso mehr verbessert, je mehr Privatschulen es neben den staatlichen gibt. Deren Flexibilität und Innovationskraft fördern den Wettbewerb um die Qualität des gesamten Bildungswesens.

Privatschulen: Vorteile für die Kommunen
Aber nicht nur Eltern, Kindern und dem gesamten Schulsystem bringen Privatschulen Vorteile. So sind Privatschulen für viele Kommunen und Landkreise ein wichtiger Standortvorteil. Unternehmen müssen immer mehr darauf achten, Mitarbeitern und deren Partnern für die Kinder eine gute und vielfältige Schulinfrastruktur bieten zu können. Privatschulen sind für eine Kommune/einen Landkreis auch ein finanzieller Glücksfall. Sie ersparen gegenüber öffentlichen Schulen:

  • Die Schulerrichtungskosten. In der Regel eine Million Euro pro Klasse.
  • Die laufenden Sachkosten. Nach Angaben der Kommunen circa 2.000 Euro pro Schüler und Jahr.
  • Die Lehrpersonalkosten. Für Privatschulen fallen für Kommune/Landkreis keinerlei Lehrpersonalkosten an.
  • Die Gastschulbeiträge. Diese müssen für Schüler aus der Kommune bezahlt werden, wenn sie öffentliche Schulen außerhalb der Kommune besuchen. Gehen sie an eine Privatschule, fallen Gastschulbeiträge für die abgebende Kommune nicht an.

Privatschulen: Vorteile für den Staat
Privatschulen sind auch ein Glücksfall für den Staat. Als Ersatz- oder Ergänzungsschulen vermitteln sie qualitativ hochwertige Ausbildung und Abschlüsse. Gäbe es die mehr als 6.000 Privatschulen in Deutschland nicht, müsste der Staat diese selbst errichten, betreiben, unterhalten. Und das ginge in die Milliarden. Nicht zuletzt deswegen hat der Staat den Privatschulen Raum gegeben, anerkennt ihre Abschlüsse als gleichwertig und unterstützt sie mehrheitlich auch finanziell. Aber der Staat gibt für einen Privatschüler nur etwa 60 % dessen aus, was er für einen Schüler an einer öffentlichen Schule aufwendet. Jeder Schüler einer Privatschule ist rund 40 % „kostengünstiger” als an einer staatlichen Schule. Bliebe es dabei, sind die Privatschulen letztlich Sparkassen des Staates, die Eltern diejenigen, die sie laufend füllen müssen.

Wachstum fördern?
Zwar arbeiten Privatschulen in der Regel etwas kostengünstiger als vergleichbare öffentliche Schulen, aber die nicht durch Zuschüsse gedeckten Kosten müssen durch Eigenmittel, z. B. Schulgeld, finanziert werden. Die staatliche Förderung für einen Privatschüler muss künftig nicht mehr 60 %, sondern 80 % dessen betragen, was für einen Schüler an einer öffentlichen Schule aufgewendet wird. Nicht weniger, damit Charakter, Eigenständigkeit und Innovationsfähigkeit der Privatschulen erhalten bleiben.

Warum ein Mehr an Förderung bei so großer Nachfrage nach Privatschulen? Bei einer Förderung auf dem bisherigen Niveau müssten früher oder später die bisher sozialverträglichen Schulgelder erhöht werden. Eltern, die sich die Privatschulen derzeit gerade noch leisten können und für ihr Kind auch wollen, müssten entweder auf dieses Mehr an Chancengerechtigkeit verzichten oder finanzielle Sonderopfer erbringen. Die immer weiter klaffende Schere zwischen nachgewiesenem Elternwillen und -Vermögen muss von der Politik wieder geschlossen werden. Es ist Daseinsfürsorge und Investition in die Zukunft. Privatschüler und deren Eltern müssen zumindest annähernd gleich behandelt werden wie Schüler und Eltern im öffentlichen Bereich. Privatschulen haben einen Anspruch auf hinreichende staatliche Förderung, damit sie auch in Zukunft Schüler aus allen gesellschaftlichen Schichten aufnehmen können.

Wie finanziert sich die Privatschule ? Warum sind die Schulgelder so unterschiedlich hoch?
Privaten Schulträgern stehen zwei Finanzierungsquellen für den (gemeinnützigen) Schulbetrieb zur Verfügung. Elterngelder und Finanzhilfen des Staates. Drittmittel erreichen selten mehr als 1% des tatsächlichen Finanzbedarfs. Sie sind zu vernachlässigen. Die Kosten pro Schüler variieren – wie auch bei staatlichen Schulen – stark. Allein der Schulstandort bewirkt bei den Kosten enorme Unterschiede. Einige Beispiele hierfür. Man vergleiche die Kosten:

  • für Grundstücke und Gebäude in München oder Stuttgart mit denen in ländlichen Gebieten verschiedener Bundesländer.
  • für Schulgebäude mit oder ohne Denkmalschutz.
  • für unterschiedliche Anforderungen an den Brandschutz.

Klassengröße und Anzahl der Parallelklassen wirken sich stark auf die laufenden Personal- und Sachkosten aus. Sowohl bei staatlichen als auch bei privaten Schulen. Die Liste der individuellen Standortfaktoren ist lang. An staatlichen Schulen wird diese Ungleichheit mit Steuermitteln aus unterschiedlichen Finanztöpfen abgedeckt. Privaten Schulen steht nur die Höhe des Schulgeldes pro Kind zur Verfügung, da Defizite des Schulbetriebes nicht mit Finanzhilfen gedeckt werden.

Fazit
Bildung und Ausbildung sind besonders wichtig für jeden Einzelnen und für die Wertschöpfung am Standort Deutschland. Auf Kosten der Eltern und der Schüler darf an der gerechten Unterstützung der Privatschulen nicht gespart werden. Im Gegenteil. Jeder Euro, den Länder, Kommunen, Landkreise dort investieren, ist ein besonders ertragreich angelegter Euro.

Privatschule bedeutet

Mehr individuelle Förderung = mehr Freude an Lernen und Schule.
Mehr Freude an Lernen und Schule = bessere Ergebnisse, mehr Schulabschlüsse, höhere Qualifikationen.
Bessere Ergebnisse und mehr Schulabschlüsse = Gut für den Standort Deutschland.

Quelle: Privatschulverband.de